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Der 18.04.2008 ein Freitag
Karl-Heinz Krankenbild und Operationstag

Karl-Heinz hatte eine Herzmuskelentzündung
und die eine Herzklappe musste durch eine neue ersetzt werden,da seine sich nicht mehr
richtig geschlossen hatte.
Das eine Herzoperation nicht einfach ist, haben ich gewusst und dass,das Klinikum in
Kaiserslautern für solch schwere Operationen bekannt ist auch.
Das Pflegepersonal und die Ärzte waren immer offen zu einem Gespräch und
sehr freundlich und entgegenkommend..Dafür möchte ich mich auch nachträglich
noch einmal bedanken.Er sollte gleich als erster an diesem besagten Morgen operiert
werden. Die Operation dauerte über vier Stunden. Nervös und voller Angst
habe ich bzw.wir unendlich lange Stunden gebangt, gebetet und gehofft, dass diese OP
gut verlaufen wird . Als ich die Nachricht erhielt das er jetzt auf die Intensivstation
gebracht wurde,viel mir ein Stein vom Herzen und alle waren wir sichtlich erleichtert,weil
man ja denkt : Wenn nur die Operation gut verläuft und dann ist das Schlimmste
überstanden, " meint man." Aber leider kam alles ganz anders, als wir
gehofft und erwartet haben.
Als mein Mann Georg und ich Karl-Heinz dann besuchen durften,bekamen wir gesagt,dass
er ein leichtes Beruhigungsmittel bekommen hat,aber er würde uns wahrnehmen und
verstehen.Wir sollen ihm Zuspruch und Kraft geben, dass würde zur seiner Genesung
bei tragen und ihn aufbauen und sehr helfen, was für uns selbstverständlich
war.Dann kam ein Satz,der einem gleich wieder im Magen.lag.
Er sei leider noch nicht ganz übern Berg,denn wärend der Operation haben
die Ärzte festgestellt,das seine Nieren angegriffen waren und zwar hätte
er schon längere Zeit einen hohen Blutdruck gehabt,der aber nicht behandelt worden
wäre..Dieses Erkenntnis war zu diesem Zeitpunkt leider schon zu spät,weil
dies ja erst wärend dieser OP festgestellt worden ist.Somit hätte man diese
Operation, mit dieser Voraussetzung nicht, so durch führen dürfen..Was ich
jetzt absolut nicht verstehen kann,ist:: Das Karl-Heinz zuvor in ärztlicher Behandlung
war und bei jeder Untersuchung, wird zuerst der Blutdruck gemessen, folglich hätte
er ja dann Blutdrucktabletten bekommen müssen, was jedoch nicht geschehen ist.
Er selbst wusste gar nicht,das sein Blutdruck zu hoch war.Susi seine Frau sagte,dass
er jeden Arzttermin wahr genommen hatte und das von einem zu hohen Blutdruck nie die
Rede war. Anfangs wurde eine Thrombose im Bein festgestellt, was ja auch sehr gefährlich
war und deshalb wurde er in eine Klinik in Rockenhausen eingewiesen.Diese Klinik veranlasste,
nach dem er Untersucht wurde, dass er sofort nach Kaiserslautern gebracht wurde,weil
sie festgestellt hatten,dass sich die eine Herzklappe nicht schließen würde
und das ein kleines Blutgerinnsel am Herzen sei,dass sich lösen könnte und
er sich so mit in Lebensgefahr befinden würde.Er musste ganz ruhig liegen und
sich so gut es ging nicht bewegen.Dann wurde er mit einem Krankenwagen nach Kaiserslautern
gebracht,was ich auch bis heute nicht verstehen kann.Denn wenn man ein Blutgerinnsel
am Herzen hat,das lebensgefährlich ist,wie kann man dann diesen Patienten noch
mit einem Krankenwagen transportieren,wenn jede Erschütterung den Tod auslösen
kann.Auf der einen Seite musste er ruhig liegen,ohne sich groß zu bewegen und
auf der anderen Seite,setzte man ihn solcher Gefahr aus.Warum wurde er nicht mit dem
Hubschrauber in die andere Klinik gebracht,dass wäre doch gefahrloser und unbedenklicher
und schneller gewesen. Auf diese Frage,blieb die Antwort aus.
Ich möchte hiermit betonen das ich der Klinik in Kaiserslautern keine Schuld zusprechen
möchte und das sie alles versucht haben Karl-Heinz zu helfen.Denn die angegriffene
Nierenerkrankung ist ja wärend der Operation erst festgestellt worden. Nein, das
hätten andere Ärzte zuvor schon feststellen müssen.
Er wurde an eine Herz-Lungenmaschine und später an die Dialyse angeschlossen und
wir bekamen gesagt,das sein Herz nur dreißig Prozent arbeiten würde,wäre
aber nicht schlimm,da es zuvor bei ihm auch nur dreißig Prozent gewesen wäre
und man damit leben kann. Man ist in so vielen Dingen so unbeholfen und überfragt,dass
man gar nicht mehr denken kann,in solchen Situationen und man weiß auch dann
nicht was richtig oder falsch ist. Auf jeden Fall bekamen wir mitgeteilt,dass seine
Nieren wahrscheinlich im Moment akut erkrankt seien, was nicht bedeuten würde,dass
er dann für immer an die Dialyse müsste. Das sah ich in diesem Moment auch
nicht als schlimm an und dachte,dass die Dialyse für ihm jetzt sogar eine Erleichterung
für die Organe ermöglicht.Das alle Giftstoffe aus dem Blut gefiltert wird
und das dies ihm ja nur helfen kann. und somit eine Entlastung seines Körpers
ist. Als wir wieder kamen,teilte man uns mit, er hätte eine Lungenentzündung
dazu bekommen. Sein Blutdruck war sehr abgefallen und unstabil..Georg, ich und Walter
haben ihm abwechselnd die Füße massiert, in der Hoffnung seine Organe anregen
zu können, weil man ja weiß,das alle Reflexzonen an den Füßen
sind. Der obere Wert des Blutdrucks erhöhte sich dadurch leicht,doch der untere
Wert blieb unten. So bekamen wir einen Schock nach dem anderen,aber wir gaben die Hoffnung
nicht auf. Dann wollten sie ihm einen Luftröhrenschnitt machen,damit die Schläuche
aus seinem Mund entfernt werden konnten,weil seine Mundwinkel durch diese etwas wund
geworden waren und für ihn ja auch eine Erleichterung sei,was wir gut verstehen
konnten.Wir wollten für den nächsten Besuch,eine Musikkassette mit seinen
eigenen Liedern und eine Kassette mit der Stimme seines Töchterchens mit bringen,dass
er sein Lebensmut nicht verlieren würde.Das war sein vorletzter Tag in seinem
Leben,was wir leider nicht wissen konnten.

Dazu kam es auch leider nicht mehr.Wann immer wir ihn besucht hatten,waren wir voll
Hoffnung und Zuversicht, er reagierte auf uns und wenn man die Geräte und die
Schläuche sich weg denkte,sah er eigentlich gut aus und wir gingen immer davon
aus,das er nur Zeit braucht um sich zu erholen. Nur einmal hatte er nicht gut ausgeschaut,dass
war an einem Freitag, den 25.04.irgend etwas stimmte nicht so habe ich ihn noch nie
zuvor gesehen,er sah so verändert aus,als ob er etwas ganz schlimmes erlebt hat.
Es lag nicht an den Maschinen und an den Geräten, sein Gesicht war wie versteinert
und uns fehlte jegliche Erklärung dafür.
Zum ersten mal konnte ich meine Tränen am Bett nicht zurück halten,was war
nur passiert an diesem Tag.Zum ersten mal hat er überhaupt nicht reagiert und
lag so furchtbar verändert da,sein Gesicht war wie verstarrt und er war zum ersten
mal überhaupt nicht ansprechbar.An diesem Tag konnte ich aber auch keinen Arzt
sprechen als wir an diesem Abend nach Hause gingen,habe ich kein Auge zu gemacht sein
Gesicht sah ich immer vor mir und wusste nur er muss etwas schlimmes an diesem Tag
erlebt haben.Als wir ihn wieder besuchten,, waren wir sichtlich erleichtert , er war
wieder wie immer,Gott sei dank ,dachten Georg und ich. .Er war hell wach und wir sahen
uns lange an. Diesen Blick werde ich für immer in meinem Herzen tragen, denn er
war so intensiv und ging bis in unsere Herzen. Ich redete mit ihm und er verstand jedes
Wort ,er hatte ja immer noch die Schläuche im Mund und konnte mir leider keine
Antwort geben,aber wir verstanden uns auch ohne Worte,seine Augen und sein Herz redeten
mit mir und ich verspürte in meinem Herzen eine tiefe, vertraute Wärme.Was
ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste,dass wir uns zum allerletzten mal in diesem Leben
uns tief in die Augen gesehen haben,diesen vertrauten,liebevollen Blick,den ich für
immer im Herzen trage,solange mein Herz schlägt.Nichts ahnend und wieder voller
Hoffnung und Zuversicht,dachten wir,dass er jetzt übern Berg ist und nur viel
Ruhe und Zeit braucht,damit sich sein Körper wieder in aller Ruhe erholen konnte.Beruhigt
und mit positiven Gedanken, gingen wir an diesem Abend nach Hause.
Am nächsten Tag sind wir gerufen worden und das war der 29.April,den schlimmsten
Tag in meinen bisherigen Leben,den Tag den ich bis heute nicht begreife und verstehen
kann, ein Tag an dem für mich die Welt stehen blieb, der Tag an dem ein Satz ausgesprochen
wurde,den ich auf gar keinen Fall hören wollte und doch gesagt wurde "Karl-Heinz
ist soeben verstorben " dieser furchtbare Satz,der mir immer und immer wieder
in den Ohren klinkt .Von einer Sekunde zur anderen, war nichts mehr wie es einmal war
,wie soll ich ohne diesen Menschen, mit dem ich fast sein ganzes Leben geteilt habe,
ohne ihn nur weiter leben.können.Dieser Einschnitt ist zu tief und zu schmerzlich
und wieder kommt die Frage Warum,Warum,Warum. Warum Karl-Heinz, er war liebenswert,
hat keinem etwas böses getan und war doch noch viel zu jung um zu sterben, wie
so ausgerechnet er.
Ich habe Erkundigungen eingeholt und heute weiß ich,dass herzkranke Patienten,
die am Herzen operiert werden müssen und die dazu an einer Nierenerkrankung leiden,die
dann nach der OP an eine Herz-Lungenmaschine angeschlossen werden,einer sehr starken
Belastung ausgesetzt sind.
In solchen Fällen sollte ein neuartiges Verfahren zum Einsatz gebracht werden.Bei
dem die Herzklappe ohne große Operation per Katheter eingesetzt wird.
Dafür ist nur ein kleiner Schnitt im Brustkorb nötig und das Herz kann wärend
dieses Eingriffs,die ganze Zeit weiter schlagen.
Diese Methode wurde erstmals in Baden Württemberg und weiter in der Uniklinik
Heidelberg angewandt.Ein 81 jähriger Mann wurde mit dieser Methode,deren Eingriff
eine Stunde dauerte operiert und dessen Zustand sich sehr gut erholt hat.Mittlerweile
operieren nach diesem Verfahren:
Das Uni Klinikum Heidelberg - Das Uni Klinikum München - und das Uni Klinikum
in Düsseldorf.
In der Uni Klinik München wird jetzt heute sogar ,eine neue Herzklappe mit einer
Spritze gesetzt.
Bei einer Transplantation von Herzklappen heißt es nun,"Injizieren "
statt operieren. Das ist für den Patient weniger riskant und auch viel schonender.
Wäre bei meinem Bruder Karl-Heinz der hohe Blutdruck zuvor behandelt worden,wären
die Nieren nicht so angegriffen gewesen und somit wäre diese Operation keine Gefahr
gewesen.Wäre mein Bruder gleich nach dem neuen Verfahren operiert worden,wäre
er keiner starken Belastung ausgesetzt gewesen und hätte mit aller Wahrscheinlichkeit
diese OP gut verkraftet und hätte sich mit Sicherheit ganz erholt. Viele Fragen
fallen leider unter die ärztliche Schweigepflicht und deshalb bleibt vieles unbeantwortet.Man
hätte sich zuvor besser erkundigen müssen und noch andere Ärzte aufsuchen
müssen und nicht gleich zustimmen dürfen. Bei so einer schweren Operation
hätte man mehrere Meinungen einholen müssen, zumal er ja auch die Thrombose
im Bein hatte.

Wie bei so vielen anderen Menschen auch bleibt das " Warum uns Wieso " Fragen
über Fragen auf die man keine Antwort findet, weil man in solchen Momenten wie
betäubt und gelähmt ist und weil man alle Hoffnungen und das ganze Vertrauen,
in so furchtbar, schlimmen Situationen, in die Ärzte und in unser Herrgott setzt.
Alle Spekulationen und Vermutungen bringen meinen Bruder nicht mehr zurück,es
gibt nichts mehr was man rückgängig machen könnte und damit muss man
leben,was man noch Leben nennen kann.Manchmal denke ich,dass man nur noch funktioniert
und nur das tut was von einem verlangt wird,denn das eigene Leben geht gerade nur so,
an einem vorbei.Blut ist dicker,als Wasser und wir werden nie ganz getrennt sein.
Karl-Heinz war einzigartig und etwas ganz besonderes und wer ihn gekannt hat, kann
Stolz darauf sein, denn es geben nicht all zu viele Menschen mit einem so liebevollem
Herzen, wie es in seiner Brust geschlagen hat.. Er ist es alle male Wert, bis in den
Tod hinaus, in alle Ewigkeit geliebt zu werden!
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