Karl-Heinz unvergessene Baby,Kindheit und Teenager Jahre

Als Karl-Heinz die Welt erblickt hatte, war ich erst vier Jahre alt. Als ich dann erfuhr das ich ein Geschwisterchen noch bekommen sollte, fragte unser Vater mich:" Na was möchtest du denn gerne, ein Schwesterchen oder ein Brüderchen?
Dann sagte er :" Wenn du willst das es schwarz sein soll, musst du ein Brikett auf die Fensterbank legen. Also entschied ich mich für ein schwarzes Schwesterchen. Eilig legte ich ein Brikett auf die Fensterbank und wartete bis der Klapperstorch dieses schwarze Baby dann bringen würde. Als dann der 25.06.1961, der Tag endlich da war, kam unser Hausarzt
Dr. Waldow und die Hebamme Frau Drabe zu uns nach Hause. Alle waren sehr unruhig und aufgeregt. Und ich konnte es kaum erwarten, mein schwarzes Geschwisterchen zu sehen. Als es dann endlich so weit war, nahm mich mein Vater an die Hand und jetzt war der große Moment gekommen. Voller Erwartung betraten wir das Schlafzimmer, aber die Enttäuschung war groß. Ich hatte ein Brüderchen bekommen das auch noch weiß war. Alle lachten darüber und fanden das sehr lustig, doch ich war zu tiefst enttäuscht.
Die Hebamme Frau Drabe redete auf mich ein und überzeugte mich, dass doch ein weißes Brüderchen etwas ganz besonderes sei. Als Trost brachte sie mir als sie wieder kam, ein großes Ei in dem sich Gebäck befand mit. Das hatte sie bestimmt von Ostern noch gehabt, denn wir hatten ja schon Juni und da gibt es ja keine so große Ostereier mehr. Aber als Kind ist mir das auch gar nicht aufgefallen und war ja auch egal. Nun ja ich gab mich zufrieden mit diesem Ei und dem besonderen Brüderchen. Nun war mein besonderes Brüderchen Karl-Heinz da,er wog 2500 gr. und war 45 cm. groß. An diesem besonderen Tag, bekamen wir unverhofft Besuch.Es war von unserer Mutter der Neffe Karl-Heinz und seine Frau Inge.Der Neffe unserer Mutter,war auch dann der Pate von Karl-Heinz. Karl-Heinz wurde dann etwas später in der Bergkirche in Osthofen getauft.Das Fest der Taufe, feierten wir in unserem Elternhaus.In seinen Babyjahren, haben sich auch viel unsere älteren Schwestern, Christel und Erni um Karl-Heinz gekümmert, dass es für unsere Mutter eine Erleichterung war,denn wir waren ja eine große Familie und da bleibt eine Menge Arbeit nicht aus .Karl-Heinz wurde von allen Seiten verwöhnt.Sie badeten und wickelten ihn und von allen wurde er liebevoll umsorgt.Er war unser kleines Nesthäkchen. Als er dann laufen lernte, musste ich öfters auf ihn aufpassen. Überall wo ich hin ging, führte ich ihn an der Hand mit. Wenn ich Bonbons geschenkt bekam, sagte ich: " bitte für meinen Bruder auch." Wir teilten alles miteinander.

Karl-Heinz war noch sehr klein, als er eine lebensgefährliche Lungenentzündung bekam. Unsere Mutter war sehr verzweifelt,
weil das Fieber viel zu hoch war. Sie ließ ihn keine Minute aus ihren Augen und war Tag und Nacht an seinem Bettchen. Sie versuchte mit Wadenwickel das Fieber in den Griff zu bekommen.
Unser Hausarzt Dr.Waldow war auch ständig an seinem Bettchen und machte unseren Eltern nicht viel Hoffnung.

Mama kämpfte um ihn und gab ihn nicht auf und bekam das Fieber herunter, sie hängte feuchte Tücher in das Zimmer, damit die Luft etwas feucht war, wegen dem Sauerstoff.
Als er es überstanden hatte, waren wir alle so erleichtert und Mama erschöpft von Kummer und Sorgen aber überglücklich, dass er es geschafft hatte.Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, in dem er in Gefahr war,was sich später heraus stellte.Seine Schutzengel waren immer um ihn herum, bis zu dem Dienstag,den 29.04.2008, da müssen sie ihn für einen ganz furchtbaren Moment ganz alleine gelassen haben.Karl-Heinz war mittlerweile drei bis vier Jahre alt, als Walter und ich auf ihn aufpassen mussten.
Es war ein Wintertag mit sehr viel Schnee und Eis. Wir setzten Karl-Heinz in sein Kinderwagen und gingen zum Schulhof.
Unser Schulhof hatte eine lang gezogene Treppe und rechts davon war ein ebenso lang gezogener Abhang. Wir stellten uns rechts und links auf den Kinderwagen in dem Karl-Heinz saß und rodelten den Abhang herunter, ca. drei bis vier mal. Dann kamen wir auf die Idee Karl-Heinz einmal alleine im Kinderwagen den Hang rodeln zu lassen. Der Kinderwagen überschlug sich und Karl-Heinz schrie fürchterlich und blutete aus dem Ohr. Voller Angst rannten wir mit ihm nach Hause .Zu Hause konnten wir dann was erleben, zuerst wurde Karl-Heinz ärztlich versorgt und Gott sei Dank war es nicht so schlimm und dann bekamen wir eine Tracht Prügel an die wir uns heute noch erinnern. Karl-Heinz hatte den Schreck bald schon vergessen und alles war wieder gut. Einmal musste unsere andere Schwester auf Karl-Heinz aufpassen .Ihre Freundin Jutta war auch gleichzeitig unsere Nachbarn .Sie nahmen Karl-Heinz mit ins Nachbarhaus und wie es so unter Jugendlichen ist, ließen sie ihn aus den Augen .Karl-Heinz wurde es nicht langweilig er suchte immer für sich ein Abenteuer und wenn man ihn nicht mehr hörte, war es besser mal nach zu sehen. In diesem Fall leider wieder etwas zu spät.
Karl-Heinz schloss sich in ihrem Badezimmer ein und drehte alle Wasserhähne auf, bis die Beiden das bemerkten, war das Wasser schon unter der Badezimmertüre herausgelaufen. Nun musste schnell gehandelt werden, mit Engelsgeduld redeten sie auf Karl-Heinz ein, dass er die Tür aufschließen sollte, doch er dachte gar nicht daran. Wasser hat ihm schon immer gut gefallen,da planschte er gerne und war auch überhaupt nicht Wasserscheu, ganz im Gegenteil das machte ihm richtig Spaß.Gefahren kannte er nicht und hatte deshalb vor nichts Angst. Mein Vater schlug dann das Milchglas der Badetüre ein um ins Bad zu gelangen. Karl-Heinz war wieder Gott sei Dank nichts passiert. Die Beiden Mädchen bekamen ihre Strafe mit Hausarrest und unser Vater bezahlte eine neue Badezimmertüre. Es war sonst kein größerer Schaden erstanden. Er war ein richtiger Lausbub und einmal dachte er, als wir bei Bekannten waren, er könnte über ihren Weiher einfach darüber laufen. Unser älterer Bruder konnte ihn gerade noch davon ab halten. Er erklärte ihm das er nicht übers Wasser laufen kann und das er sonst ertrinken könnte. Er war immer unberechenbar und am liebsten hätten wir ihn angebunden, dass ihm ja nichts passiert, was wir natürlich nicht gemacht haben .Einmal war er mit Georg auf einer großen Wiese, auf der sich Pferde befanden. Unser Bruder sagte zu Karl-Heinz:“ Geh nicht zu weit zu ihnen, sie können schmeißen, damit hat er gemeint, dass sie mit ihren Hufen treten könnten. Karl-Heinz plapperte zurück, dann schmeiße ich aber auch mit Steinen. Als er mittlerweile sechs bis sieben Jahre alt war, kam der nächste Schock. Es war Sommer und unser Mutter hatte eine große runde Waschmaschine im Hof und eine Schleuder stehen und war am Waschen. Ich meine das es ein Montag war, denn Montags hatte sie immer ihren Waschtag eingeräumt. Warum die Waschmaschine im Hof stand weiß ich nicht, ich weiß nur noch das der Deckel ab war und die Maschine unter dem Schlafzimmerfenster stand. Und dann geschah das Unfassbare, wieder hatte er einen Schlüssel zum Absperren gefunden, was er auch nur all zu gerne machte, nichts war sicher vor ihm und so schloss er sich unbemerkt im oberen Schlafzimmer ein.
Ausgerechnet bekamen wir Besuch an diesem Tag, von Verwandten. Also kochte unsere Mutter gleich Kaffee und alle befanden sich in der Küche. Bis auf Karl-Heinz, der schlich sich ins oberen Stockwerk ins Schlafzimmer.Das ihm keiner nach kam, sperrte er sofort die Tür hinter sich zu und hegte schon wieder etwas neues aus. Das Einschließen wäre auch dieses mal nicht das Schlimmste gewesen. Er kam auf die glorreiche Idee und kletterte aus dem Fenster. Vom Küchenfenster aus sah ich ein Nachbarmädchen Namens Doris, mit dem wir gemeinsam immer spielten. Sie stand vor unserem Hoftor und schaute nur nach oben und sagte:“ sieh mal,was macht Karl-Heinz da?“ Ich wollte zu ihr gehen und drehte mich um, um zu schauen was es da zu sehen gab. Ich traute meinen Augen nicht und schrie so laut ich konnte:" Mama komm schnell " Karl-Heinz hängt an der Fensterbank, sofort waren alle hinaus gelaufen. Einer rannte die Treppen hoch doch das Schlafzimmer war abgeschlossen. Karl-Heinz hing nur noch mit seinen Fingerchen an der Fensterbank. Wenn er los gelassen hätte, hätte er sich zu Tode stürzten können. Der Neffe unserer Mutter holte sofort mit unserem Vater eine lange Leiter und Mama versuchte voller Aufregung Karl-Heinz zu ermutigen durch zu halten und ja nicht los zu lassen. Bis er endlich in sicheren Händen war. Von diesem Tage an wurden alle Schlüssel im Haus so weggelegt,dass sie nicht mehr in seine Hände gelangen konnten, denn diese hatten es ihm angetan und wie es aus sah gut gefallen. Dann eines Tages bekamen wir Besuch, von unserem älteren Bruder Georg ,dessen damaliger Freundin Gisela mit ihren Eltern.
Sie parkten ihr Auto in unserem Hof. Ich weiß nicht mehr, welches Fahrzeug es war, ich weiß nur noch das unser Bruder sich mit ihnen über den Wagen unterhielt und der Vater von Georgs Freundin sagte:" Ich muss ihn nur mal wieder richtig gründlich waschen, hatte aber die Zeit nicht dazu .Dann gingen sie ins Haus und Karl-Heinz hat gehört was in diesem Gespräch gefallen war. Sein Wagen musste also gründlich geputzt werden.
Ohne es zu bemerken holte er sich eine Bürste ,Scheuermittel und ein Eimer Wasser und wollte was Gutes tun. Unbemerkt fing er an den Wagen zu schruppen, bis jemand von uns in den Hof kam. Unsere Eltern samt Georg vielen bald aus allen Wolken, als sie Karl-Heinz mit der Bürste in seinen Händchen und mit Scheuermittel das Auto schruppen sahen. Der Vater von Georgs Freundin musste trotz allem lachen und er wusste, dass es ja auch keine böse Absicht von Karl-Heinz Seite aus war .Der Schaden war wieder Gott sei Dank nicht so groß und er ließ sich auch auf keinen Fall von meinem Vater den Schaden begleichen. Er hatte Karl-Heinz zu arg in sein Herz geschlossen und konnte ihm gar nicht böse sein. Karl-Heinz und ich waren Tag und Nacht zusammen, was der eine nicht anstellte machte der Andere. Es war immer viel Leben bei uns im Haus, aber immer schön und aufregend und keinem von uns ist es je langweilig geworden. Es wurde viel Blödsinn getrieben, wurde viel gelacht und flossen auch ab und zu Tränchen. Es gaben Streitereien und wieder schnelle Versöhnungen, wie es bei Kindern ist. Aber keiner war nachtragend oder richtig böse, das kannten wir nicht.
Als ich in der ersten Klasse war,ist noch mit Kreide auf eine Schiefertafel geschrieben worden und etwas später
dann auf eine Kunststofftafel, die nicht so leicht, als die Andere zerbrechen konnte.
Also ganz stolz erledigte ich meine Hausaufgaben und Karl-Heinz saß mit chelmischen Blick neben mir.
Ganz interessiert schaute er spitzbüberisch mir zu und konnte immer irgend etwas von den Schulsachen gebrauchen.
Als ich fertig war mit den Aufgaben, räumte ich ganz stolz meinen Ranzen ein, für den nächsten Schultag.
Als ich dann in der Schule meine Hausaufgaben vor zeigen sollte,traute ich meinen Augen nicht, die Tafel war leer gewischt.Ich beteuerte das ich meine Aufgaben wirklich gemacht hatte, bekam aber kein Wort geglaubt. Karl-Heinz
hatte in der Zwischenzeit ohne das es jemand von uns bemerkt hat alles wieder ausgewischt. Das muss ihm viel Spaß gemacht haben, denn es war nicht nur einmal passiert.Am Abend kontrollierte ich dann immer extra noch einmal nach,
so das ich keine Schwierigkeiten mehr bekam.
Als er zur Schule ging, war er einer von den Kleinsten, aber das war damals bei mir genau so.
Er war so zierlich, schmal, klein, flink und ging gerne in den Unterricht.
Doch wenn es ihm gereicht hatte,stand er mitten im Unterricht auf nahm seine Sachen und ging einfach nach Hause.
Die Lehrerin ließ ihm diesen Spielraum und war der Überzeugung, dass er sich schon noch eingewöhnen würde.
Sie behielt recht, auf einmal war diese Phase vorbei und er beendete die Unterrichtsstunden, wie jedes andere Kind auch. Eigenartig an dem Verhalten ist, dass ich genau das Gleiche tat, als ich eingeschult worden war.Und das die Lehrerin genau so gehandelt hatte, bis sich das alles einspielte.
Mit allen war er gleich bekannt und hatte überhaupt keine Scheu und hatte auch gleich viele Freunde, die er oft mit nach Hause gebracht hatte.Es gab auch keine Schwierigkeiten in der Schule mit ihm und bei seinen Lehrern war er auch beliebt. Als seine Klasse nach Miltenberg ins Landschulheim fuhr, wurde er von seinem Sportlehrer gebeten, sein
Akkordeon mit zu nehmen.Ich glaube das der Name des Lehrers Herr Schöbel war, wenn ich mich nicht irre.
Der Lehrer spielt auf seiner Gitarre und Karl-Heinz auf dem Akkordeon und die Klasse sang dazu.
Er ärgerte und neckte gerne und ganz besonders die Mädchen seiner Klasse, die mit im Landschulheim waren.
Er war nicht aufsässig und auffällig und alles lief seinen normalen Weg bis zu seiner Konfirmation.
Er lernte schnell und seine Noten konnten sich sehen lassen.Zu Hause war er ausgelassener und abenteuerlustiger.
Mich ärgerte er immer mit Spinnen.Er suchte immer im Hof unter den Fensterbänken,bis
er endlich eine gefunden hatte und dann rannte er mir nach, weil er wusste das ich vor Spinnen panische Angst hatte.
Wie gesagt, er war ein richtiger kleiner Lausbub, dem man nicht lange böse sein konnte. Im Alter von
sechs,sieben Jahre ist er beim spielen mit einem anderen Jungen in ein Auto gerannt. Sie spielten Nachlaufen und schon war es passiert. In der Klinik hatten alle Schwestern und Ärzte ihn in ihr Herz geschlossen und hatten wegen seinen Verletzungen großes Mitleid mit ihm.Als sie seine Kleidung aufschneiden mussten, war er sehr tapfer.Zuerst dachten sie nur der Oberarm sei gebrochen, weil er kein einziges mal vor Schmerzen jammerte und ließ alles über sich ergehen. Bis sie auch noch den Oberschenkelbruch entdeckten und das müssen schon höllische Schmerzen gewesen sein. Er wurde sofort operiert und sah so richtig verloren aus in dem großen Krankenbett.
Sein Oberärmchen und sein Beinchen mit dem Oberschenkelbruch wurde am Bett etwas hoch gehängt,dass musste leider sein,sagten die Ärzte, dass er es nicht bewegen konnte, wegen der Heilung. Als unsere Mutter ihn so liegen sah,
weinte sie fürchterlich und es hat ihr bald das Herz gesprochen,ihn so zu
sehen.Aber trotz allem waren wir alle sehr erleichtert, dass es nicht noch schlimmer ausgegangen war.Jetzt wurde er natürlich von allen Seiten noch viel mehr verwöhnt und das gefiel ihm schon sehr.
Er sah so erbärmlich hilflos aus.Sein Beinchen musste genagelt werden, der Nagel war ca. 20 cm.lang und war aus med.Stahl und dieser Nagel wurde Wochen später wieder durch eine Operation entfernt,den durfte er ganz stolz mit nach Hause nehmen. Er hat das Krankenhauspersonal so gut unerhalten, dass sie traurig waren als er nach Hause
durfte, um so mehr freuten wir uns,dass er endlich wieder zu Hause war.
Den Nagel hatten wir als Erwachsene öfters in der Hand und tauschten gerne unsere Jugenderlebnisse aus. Als er älter war und wir mal Streit bekamen, nahm er mich nach einer weile in den Arm und sagte:"
komm Lissi wir vertragen uns wieder, gab mir einen Kuss auf die Wange
und alles war wieder vergessen und gut. So war Karl-Heinz und man konnte ihm eigentlich gar nicht böse sein.
Dann kam ich in die Teenager Jahre. Karl-Heinz hängte sich immer an mich und meine Freundin, was uns sehr nervte. Ich konnte keinen Schritt ohne ihn unternehmen, er war immer hinten dran. Sigrun und ich streunerten in Osthofen herum, Karl-Heinz war dabei! Bis wir vor dem Friedhof standen und gingen hinein, er jedoch blieb vor dem großen Tor stehen, schaute mit großen Augen durch die schwarzen Eisenstäbe und hielt sich mit seinen Fingerchen daran fest und ging keinen Schritt weiter. So wussten wir dann immer, wie wir ihn abhängen konnten, wenn wir mal alleine etwas unternehmen wollten. Aus unerklärlichen Gründen hatte er Angst an diesem Ort. Mittlerweile bekam er schon Musikunterricht auf dem Klavier .Wenn ich was aufgetragen bekam zum arbeiten, sagte ich :"Ich helfe Karl-Heinz bei den Übungen, die er ja zur Hausaufgabe von seiner Musiklehrerin gestellt bekommen hatte, aber das machte ich dann auch. Und somit war ich befreit von anderen Arbeiten und das gefiel natürlich uns beiden sehr.
Er spielte Klavier und ich begleitete ihn mit Gesang, wenn es auch nicht immer perfekt war, egal. So kamen noch viele, viele Geschehnisse zusammen, die ich gar nicht alle aufschreiben kann. Aber es waren viele schöne Erlebnisse, die wir gemeinsam erlebt haben. Seine erste große Liebe, seine erste große Enttäuschung, sein erstes Auto, sein erstes Handy, seine erste eigene Wohnung und all die schönen Jahre danach, die unsere liebe Mutter gar nicht miterleben durfte, weil sie leider schon mit 56 Jahren, für uns viel zu früh verstorben ist.Die gemeinsame Trauer führte uns noch tiefer und inniger zusammen.
Ich kannte seine Liebesbriefe und er meine, zwischen uns gab es keine Geheimnisse. Wir waren nicht nur enge Geschwister sondern auch richtige Freunde fürs ganze Leben. Ich war für ihn Mutter ,Schwester und Freundin zu gleich. Es gab keine Probleme, die wir nicht aus der Welt schaffen konnten. Von Klein auf schweißten wir zusammen und ich möchte keine Minute missen, die wir zusammen verbracht haben. Er ist ein großer Teil von mir und ein großes Stück meines Herzens ist mit ihm gegangen. Ich bete zu unserem lieben Gott, dass wir eines Tages wieder zusammen sein können. Wenn ich heute das Bild vor mir sehe, als er klein war und am Friedhof ,vor dem großen Eisentor steht und hält von außen sich an den Eisenstäben mit seinen Händchen fest und schaut mit großen Augen da durch, laufen mir die Tränen und eine unsagbare Traurigkeit überfällt mich dann. Was hätte ich alles anders gemacht, wenn ich könnte. So sind Momente die so sehr weh tun können und in denen das Heimweh und die Sehnsucht so stark sind, dass man es kaum aushalten kann. Er hat zu unserer Hochzeit mit seiner Band gespielt und zu unserer Silberhochzeit im vorigen Jahr war er schon nicht mehr da .Die Ansprachen, die er zum Schluss immer bei seinem letzten Lied für Georg und mich vorgetragen hat, wenn er für uns zu einem großen Fest gespielt hatte ,berührt mich bzw. uns sehr. Er sprach immer alles so aus seinem Herzen und wie er fühlte. Er war und ist ein ganz wunderbarer Mensch gewesen .Irgend wann einmal ,wenn ich dazu im Stande bin, werde ich einen Ausschnitt in einem Video veröffentlichen .Doch im Moment kann ich es noch nicht ,es tut zu sehr weh, ihn zu sehen, weil ich noch immer nicht mit dem Tod zurecht komme. Ich liebe ihn mit meinem ganzen Herzen und wünschte ich könnte die Zeit zurück drehen. Einmal sagte er zu mir, so eine Beziehung, die du und Georg verbindet, möchte ich auch einmal führen, dafür bewundere ich euch sehr. Diesen Satz werde ich niemals vergessen, denn in fast allen seinen Beziehungen die er hatte, fehlte ihm das richtige Glück und das tut mir heute noch sehr,sehr weh. Denn er hätte es verdient, mit ganzem Herzen geliebt zu werden. Immer wieder frag ich mich, wie soll ich es aushalten ohne ihn. Bis zu meinem letzten Atemzug werden ich ihn so sehr lieben und vermissen, bis wir uns wieder sehen.Jeder trägt seine Trauer mit sich anders.Unsere Schwester Christel fühlt das Gleiche wie ich auch, es sind Tage dabei an denen wir uns die Augen aus dem Kopf weinen, weil wir beide es nicht begreifen können, dass Karl-Heinz nie mehr zurück kommen wird und wie unsagbar wir ihn vermissen.Da sie etwas älter ist als Karl-Heinz und ich, kann sie wiederum aus einer ganz anderen Perspektive Karl-Heinz als Baby und Kleinkind beschreiben und darüber tauschen wir uns viel aus.Es sind und bleiben so kostbare Erinnerungen, die wir niemals verlieren werden.

Für immer in Liebe verbunden deine kleine Schwester Lisa

Mama und Karl-Heinz


Nachbarmädchen Jutta , Karl-Heinz

Papa,Karl-Heinz und unser Bruder Georg

Karl-Heinz

Karl-Heinz vor Papas Werkstatt

Karl-Heinz auf einem Umzugswagen in der Pfalz

Karl-Heinz Musik im Partykeller

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